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Von
Hermann
von
Schmid
(1850-1880)
Das
Vöglein
auf dem
Weihnachtsbaum
Ich
hatt'
ein Vöglein,
das war
wunderzahm,
daß es
vom
Munde
mir das
Futter
nahm.
Es
flatterte
bei
meinem
Ruf
herbei
und
trieb
der
muntern
Kurzweil
vielerlei,
drum
stand
das Türchen
seines
Kerkers
auf
den
ganzen
Tag zu
freiem
Flug und
Lauf.
Im Käfig
war es
aus dem
Ei
geschlüpft,
war nie
durch
Gras und
grünes
Laub gehüpft
und
hatte
nie den
dunklen
Wald
geschaut,
wo sein
Geschlecht
die
leichten
Nester
baut.
Und wie
der
Winter
wieder
kam ins
Land,
das
Weihnachtsbäumchen
in der
Stube
stand,
da fand
mein
schmuckes,
zahmes Vögelein
neugierig
bald
sich in
den
Zweigen
ein.
Wohl
trippelt
es
behutsam
erst und
scheu
dem Rätsel
zu, so
lockend
und so
neu,
doch
bald
war's in
dem grünen
Reich zu
Haus,
wie prüfend
breitet
es die
Flügel
aus;
so
freudig
stieg
und fiel
die
kleine
Brust,
als
schwellte
sie der
Tannenduft
mit
Luft.
Und wie
er nie
vom Käfig
noch
erklang,
so froh,
so
schmetternd
tönte
sein
Gesang!
Zum
erstenmal
berauscht
vom
neuen Glück,
kehrt es
zu
seinem
Hause
nicht
zurück.
Hart an
das Stämmchen
duckt
es,
still
und
klein
und
schlummert
in der
grünen
Dämmrung
ein.
Und
sinnend
sah ich
lang des
Lieblings
Ruh
wie erst
dem
Spiel,
dem
zierlich
heitren,
zu,
als
durch
des
Vogels
Leib mit
einemmal
sein
seltsam
Zittern
wunderbar
sich
stahl;
das Köpfchen
mit dem
Fittich
zugetan,
fing es
geheim
und süß
zu
zwitschern
an:
Im Traum
geschah's
... und
Wald und
Waldeswehn
schien
ahnungslos
durch
diesen
Traum zu
gehen.
Und
seltsam
überkam's
mich bei
dem
Laut!
Was nie
das
Tierchen
lebend
noch
geschaut,
des
freien
Waldes
freie
Herrlichkeit,
nun lag
es offen
da vor
ihm und
weit ...
mich
aber
mahnt es
einer
anderen
Welt,
und
mancher
Frage,
zweifelnd
oft
gestellt,
und
dieses
Leben
deuchte
mir ein
Traum
wie der
des Vögleins
auf dem
Weihnachtsbaum.
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